
Der legendäre Bären-May
Ein Schifferstadter Schicksal in bewegter Zeit
Georg May, in Schifferstadt besser bekannt als der „Bären-May“, war eine schillernde und zugleich tragische Figur der Stadtgeschichte. Geboren 1886, etablierte er sich als Weingroßhändler, bevor er durch sein politisches Engagement in den Wirren der Nachkriegszeit überregionale Bekanntheit erlangte.
Als engagierter Bürger Schifferstadts führte Georg May einen Weinhandel. Seine politische Laufbahn nahm in der Pfälzischen Separatistenbewegung ihren Anfang. May war ein wichtiger Separatistenführer in den Jahren 1923/24 und kämpfte an vorderster Front für eine autonome Pfalz. Sein Engagement führte dazu, dass er sogar zum Oberkommandierenden der pfälzischen separatistischen Miliz ernannt wurde.
Aufgrund seiner separatistischen Aktivitäten geriet May in das Visier der Nationalsozialisten. Er wurde geächtet und sah sich gezwungen, 1934 in das damals noch nicht zum Deutschen Reich gehörende Saargebiet zu flüchten, um der politischen Verfolgung durch die Nazis zu entgehen.
Trotz der Gefahr kehrte Georg May aus Heimweh nach Schifferstadt zurück. Im Mai 1936 wurde er wegen angeblichen Hochverrats verhaftet und kurz darauf, im Januar 1937, in das Konzentrationslager Dachau deportiert.
Nur wenige Tage nach seiner Einlieferung, am 30. Januar 1937, fand Georg May einen gewaltsamen Tod. Offiziell wurde angegeben, er sei auf dem Weg ins Krankenhaus erschossen worden, doch die genauen Umstände seines Todes sind bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.
Dieses Schicksal steht exemplarisch für die Verfolgung und die unwürdige Behandlung von Gegnern des NS-Regimes.

