Geschichte

Veröffentlicht am: 7. Februar 2026

Der Teufel in der Kanne

In der Kirchenstraße steht das alte Gasthaus „Zur Kanne“, fast direkt gegenüber der Kirche. Dort erzählte man sich viele Jahre die Geschichte vom „Teufel in der Kanne“.

An einem verschneiten Heiligabend saßen einmal vier Männer im Gasthaus und spielten Schafkopf, anstatt zur Christmette in die Kirche zu gehen. Einer der Männer entschied sich dann doch, zur Kirche zu gehen, obwohl seine Freunde ihn noch zum Weiterspielen überreden wollten.

Kaum war er draußen, kam ein fremder Herr herein, setzte sich auf den leeren Platz und mischte die Karten. Die Männer freuten sich, dass das Spiel weitergehen konnte. Sie mischten die Karten und teilten sie aus. Dabei fiel eine Karte zu Boden. Plötzlich geschah etwas Merkwürdiges: Einer der Spieler wollte die Karte aufheben, bückte sich nach unten und sah, dass der Fremde einen ungewöhnlichen Fuß hatte – einen Pferdefuß! Er erschrak sehr, warf die Karten auf den Tisch und rief: „Du hast ja einen Gaulsfuß!“

Der fremde Mann sprang blitzschnell aus dem Fenster und verschwand, und es roch kurz nach Schwefel im Gasthaus.

Von diesem Tag an hörte man in der Weihnachtszeit oft ein geheimnisvolles Klopfen am Stammtisch. Erst viele Jahre später, als man den Hahn vom Kirchendach auf das Gasthaus setzte, hörte das Klopfen auf.

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