Kitas besuchen das Heimatmuseum

Published On: 3. April 2026

Immer wieder dürfen wir in unserem Heimatmuseum Vorschulkinder der hiesigen Kindertagesstätten begrüßen. So machten sich auch die Vorschulkinder der Kita „Herz-Jesu“ auf den langen Fußweg, gespannt, wie das Museum von innen aussieht und was es wohl alles so zu entdecken gibt.

Mit Rucksack und Sicherheitswesten ausgestattet, kamen die Kinder in Begleitung ihrer Betreuerinnen beim Heimatmuseum an, wo wir sie herzlich begrüßen konnten.

Auf Nachfrage, was denn ein Museum ist und wie man sich darin verhält, wussten viele Bescheid, denn nicht für alle war es der erste Museumsbesuch.

Gemeinsam ging´s die Treppen hoch ins Obergeschoss, vorbei am Plakat des großen Golden Hutes. Und schon konnte man hören „da ist er ja – der ist aber groß…!“  Oben angekommen entdeckten die Kinder sofort den richtigen Goldenen Hut und waren überrascht, wie überaus glänzend er war.

Frau Hinderberger zeigte auch auf einem Foto, wo der goldene Hut gefunden wurde.

Im gemeinsamen Sitzkreis wurden Regeln besprochen und erste Fragen beantwortet. Schließlich wollten wir uns auf Entdeckungsreise begeben und erkunden, wie man früher Brot selbst gebacken hat und woher das Mehl kam, das man dazu benötigte.

Aufgeteilt in zwei Kleingruppen machten sich die einen auf den Weg zur Küche,

die anderen zum Raum mit den „bäuerlichen Arbeitsgeräten“, vorbei an vielen Werkzeugen, die zum Fällen der Bäume im Wald gebraucht werden.

Was es wohl mit den großen „Metallkugeln“ auf sich hat, darüber wurde gerätselt…

Ein alter Pflug auf echtem Ackerboden, Getreidegarben, Sense und Sichel, Windfege, Flegel, Marktchaise und viele andere Geräte gab es zu bestaunen und dabei überlegt, wozu man sie brauchte.

Ein Kind kannte sich bestens mit Pferden aus und informierte die anderen, dass das starke Pferd ein „Kaltblut“ ist.

Und zum großen Erstaunen entdeckte ein Kind auch noch eine kleine Maus!!!! Was sie wohl bei uns will? Eine Museumsmaus?

Zum Nachdenken war die Frage, was wohl ein kleines Samenkorn zum Wachsen braucht.

Aber gemeinsam wurden Antworten gefunden und die ausgewachsenen Ähren begutachtet und Unterschiede herausgefunden.

Mit viel Mühe wurde per Hand mit der Sense Getreide geschnitten, zu Garben zusammengebunden und mit großen Leiterwagen nach Hause gefahren.

Knechte halfen dem Bauern mit dem Dreschflegel die Körner aus den Ähren zu schlagen – welch mühevolle Arbeit… – nachdenkliche Gesichter!

In der großen Windfege befreite man die Körner vom restlichen Stroh und Staub und sammelte die gereinigten Körner in Jutesäcken.

Mit einer großen Dezimalwaage konnte man immer einen Zentner Getreidekörner in die Säcke füllen. Anschließend wurden die Säcke wieder auf Pferdewagen geladen und zum Müller gebracht, der dann die Körner zu Mehl gemahlen hat.

In der Steinzeit benutzten die Menschen so einen Reibestein. Da mussten lange und viele Körner zerrieben werden!!!

Mit einer alte Getreidemühle mit Handkurbel, konnte nun ausgiebig ausprobiert und das Mahlgut begutachtet werden.

Dann siebten wir das gemahlene Korn, so dass das weiße Mehl und die wertvollen Schalen, das Schrot gut zu erkennen war.

Mit dem Finger mal probieren, natürlich!

Nun wussten alle Kinder Bescheid, woher das weiße Mehl kommt und wie viel Arbeit und Mühe dahintersteckt, bis man das kostbare Mehl in den Händen halten kann.

Aber – wie wurde nun daraus Brot und Kuchen?

Auf unserer Entdeckungsreise gingen wir ans andere Ende des Museums, zur Küche.

„Oh, wie sieht denn diese Küche aus? Na, ganz alt eben!“

Es gibt nur einen Wasserstein mit kaltem Wasser. Früher musste man sogar erst mit einem Eimer aus dem Brunnen Wasser holen.

Wenn man warm haben, kochen oder backen wollte, musste jeden Morgen im Ofen Holzfeuer angemacht und immer gut aufgepasst werden, dass es nicht ausging.

Teig für Kuchen und Brot wurde in einer großen Schüssel mit der Hand geknetet und das war sehr anstrengend und mühevoll und viel Vorarbeit war nötig.

In einem Körbchen musste der Teig zugedeckt „wachsen“ und aufgehen. Erst dann konnte der Brotteig oder der Kuchen in den heißen Ofen geschoben werden.

Aber woher kamen die Zutaten für den Teig?

Eier, Butter, Milch, Sahne, Obst? Alle diese spannenden Fragen erklären wir euch gerne, denn es gibt so vieles bei uns im Museum zu entdecken…

Warmes Wasser gab es nur im „Schiffchen“ – das ist ein Gefäß, das immer mit Wasser gefüllt war, und durch die Hitze des Ofens immer warmes Wasser bereithielt.

Genauso wie ein Waffeleisen, das man direkt in der Ofenplatte über dem Holzfeuer beheizte. Und Kaffee machte man aus in der Röstpfanne geröstetem Getreide. Das war dann der leckere Malzkaffee.

Und weil es über dem Ofen besonders warm war, trocknete man gleich die Wäsche auf der „Spinne“.

In unserem Heimatmuseum gibt so viele Dinge zu erkunden!

Auf dem Rückweg zeigte Frau Hinderberger noch wie Schifferstadt einmal aussah, als es noch ein Dorf war und wie die Stadt gewachsen ist. Schifferstadt ist vor 75 Jahren zur Stadt aufgestiegen. Dazu gibt es eine Urkunde zu bestaunen.

Wer hat da „ H A L L O“  gerufen?

Und  plötzlich bekommen wir Besuch. „Hallo! Kennt ihr mich? Ich bin Frau Volk, die Bürgermeisterin von Schifferstadt. Ich freue mich besonders, wenn die Kinder sich für unsere Stadt und ihre Geschichte interessieren!!!

Natürlich hat sie auch eine kleine Überraschung  für die Kinder dabei.

„Schön, dass ihr da seid….!

Ihr erzählt es sicher euren Eltern, Oma und Opa, Geschwistern, wie es euch hier im Museum gefallen hat und die dürft ihr alle mitbringen, wenn ihr wiederkommt.

Ich wünsche euch viel Spaß dabei!“

Dann dürfen wir uns noch ins Gästebuch eintragen!

Und noch ein Erinnerungsfoto vor dem Museumseingang.

Für den Heimweg immer in Zweierreihen aufstellen  und mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen verabschieden!

Tschüß, und vielleicht besucht ihr uns wieder mal. Wir würden uns sehr freuen!