
Die Madonna
Die Sandstein-Madonna an der Kirchenstraße 17 in Schifferstadt
Am Gebäude der ehemaligen Brauerei und Gaststätte „Zum Adler“, heute Heimatmuseum, befindet sich eine Sandstein-Madonna in einer Figurennische. Sowohl das Gebäude (erbaut um 1830) als auch die Madonna gehören zu den Kulturdenkmälern des Rhein-Pfalz-Kreises. Die Marienskulptur wird mitunter auf den Bau des Westgebäudes, d.h. 1715 bzw. allgemein in den Barock datiert.
Nach neun monatiger Restaurationszeit ziert die farbige Sandsteinmadonna wieder das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Zum Adler“ an der Ecke Kirchenstraße / Große Kapellenstraße. Ausgeführt wurde die Restaurierungsarbeiten von der Firma Franck, unterstützt wurde das Aufstellen der restaurierten Figur vom Schifferstadter Bildhauerbetrieb Bartholomä. Die Idee der Restaurierung stammte aus dem Verein für Heimatpflege Schifferstadt e.V., der dafür die Stadt um Unterstützung gebeten hat. Die feierliche Einsegnung der Madonna fand am 27. Juni 2025 durch Herrn Pfarrer Albrecht Effler statt.
Theologisch und symbolisch ist die Madonna ein Hinweis auf Maria als „Mutter Gottes“ (Theotokos), wie sie im Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) bekräftigt wurde. In der Bibel wird Maria in besonderer Weise im Magnificat (Lk 1,46–55) als diejenige gepriesen, die auf Gott vertraut. Sie erscheint im Johannesevangelium (Joh 19,25–27) unter dem Kreuz als Mutter der Glaubenden. Darin liegt ein tiefes Symbol: Maria steht für den Glauben, der Gott Raum gibt und Christus in die Welt bringt.
Kunstgeschichtlich steht die Figur in der Tradition volkstümlicher Hausnischenmadonnen, wie sie im 19. Jahrhundert vielerorts an Gebäuden angebracht wurden – als Schutzzeichen, Glaubensbekenntnis und Ausdruck religiöser Identität. Ortsgeschichtlich erinnert die Adlermadonna zugleich an die frühere Gaststätte „Zum Adler“, deren Name nun in neuer Weise mit der religiösen Symbolfigur verschränkt ist.
Die Madonna mahnt uns auch heute noch zu Respekt und Ehre gegenüber religiösen Symbolen: Sie sind nicht bloße Dekoration, sondern Ausdruck einer lebendigen Glaubens- und Kulturgeschichte, die Schifferstadt bis heute prägt.
Nach neun monatiger Restaurationszeit ziert die farbige Sandsteinmadonna wieder das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Zum Adler“ an der Ecke Kirchenstraße / Große Kapellenstraße. Ausgeführt wurde die Restaurierungsarbeiten von der Firma Franck, unterstützt wurde das Aufstellen der restaurierten Figur vom Schifferstadter Bildhauerbetrieb Bartholomä. Die Idee der Restaurierung stammte aus dem Verein für Heimatpflege Schifferstadt e.V., der dafür die Stadt um Unterstützung gebeten hat. Die feierliche Einsegnung der Madonna fand am 27. Juni 2025 durch Herrn Pfarrer Albrecht Effler statt.
Sowohl das Gebäude, in dem die Adlerstube und das Heimatmuseum zu finden sind, als auch die Madonna gehören zu den Kulturdenkmälern des Rhein-Pfalz-Kreises. Das Eckgebäude stammt aus der Erbauungszeit um 1830. Die Marienskulptur wird mitunter auf den Bau des ersten Hauses (Westgebäude), d.h. 1715 bzw. allgemein in den Barock datiert. Unterlagen zu früheren Restaurierungen der Skulptur sind nicht erhalten.
Aus diesem Grund wurde die Firma Franck damit beauftragt, mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden die Fassungsphasen der Skulptur zu analysieren, um somit Anhaltspunkte zu deren historischen Gestaltung liefern zu können. Im Anschluss wurde in Absprache mit der unteren Denkmalbehörde ein Konzept zur Konservierung bzw. Restaurierung der Skulptur beschlossen.
Wochenblatt
Nach neun monatiger Restaurationszeit ziert die farbige Sandsteinmadonna wieder das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Zum Adler“ an der Ecke Kirchenstraße / Große Kapellenstraße.
Sowohl das Gebäude, in dem die Adlerstube und das Heimatmuseum zu finden sind, als auch die Madonna gehören zu den Kulturdenkmälern des Rhein-Pfalz-Kreises. Das Eckgebäude stammt aus der Erbauungszeit um 1830. Die Marienskulptur wird mitunter auf den Bau des ersten Hauses (Westgebäude), d.h. 1715 bzw. allgemein in den Barock datiert. Unterlagen zu früheren Restaurierungen der Skulptur sind nicht erhalten. Aus diesem Grund wurde die Firma Franck damit beauftragt, mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden die Fassungsphasen der Skulptur zu analysieren, um somit Anhaltspunkte zu deren historischen Gestaltung liefern zu können. Im Anschluss wurde in Absprache mit der unteren Denkmalbehörde ein Konzept zur Konservierung bzw. Restaurierung der Skulptur beschlossen.
Rheinpfalz
Die Maria Immaculata Statue am Adlerhof ist restauriert. Die Geschichte der Figur und die Herausforderungen der Restaurierung sind spannend.
Die Statue gehörte vermutlich zum ältesten Gebäude des Adlerhofs, das heute das Heimatmuseum beherbergt. Ein genaues Entstehungsdatum der Figur und der ausführende Künstler sind nicht bekannt. Gestaltung, Symbolik und Bemalung der Sandsteinfigur deuten auf die Barockzeit, das 18. Jahrhundert. „Es wurde mündlich überliefert, dass der Eigentümer des Gebäudes verfügt habe, die Marienfigur gehöre untrennbar zum Haus und müsse unbedingt erhalten bleiben“, sagt Werner Krämer, der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege in Schifferstadt. Er berichtet von einem Freundeskreis der Madonna, bestehend aus Karl Pfeiffer, Willi Brückl und Herbert Berkel.
Die drei haben sich über ein halbes Jahrhundert mit viel Engagement um den Erhalt der Madonnenfigur gekümmert. Alle drei sind inzwischen verstorben, berichtet Krämer. Berkel habe die Krone auf ihrem Haupt geschmiedet und die Lilie, die die Madonna in der Hand hält. Damit sei er nach Bayern gefahren, um die Stücke vergolden zu lassen. Die Lilie sei vor einigen Jahren abhanden gekommen, die Krone musste bei der jetzigen Restauration auch ersetzt werden. Die jüngste Fassung, so der Fachbegriff für die Bemalung einer Heiligenfigur, habe der Künstler Franz Diewald übernommen, ein Freund Pfeiffers. Freilich war die Figur im Lauf der Jahrhunderte immer wieder übermalt worden.
„Wir haben die Statue untersucht und viele verschiedene Schichten gefunden“, erklärt Benjamin Franck, Vergoldermeister und Inhaber der Spezialfirma Franck Artificium Priscum. Seine Firma hat er in Neuhofen gegründet, das Handwerk bei Werner Lauth in Ludwigshafen gelernt. Heute gehören 14 Spezialisten zu seinem Team, die alle Arten von denkmalwürdigen Kunstwerken in den verschiedensten Materialien erhalten und restaurieren können.
Nachdem die Schifferstadter Madonna unter Denkmalschutz gestellt wurde, musste die Untere Denkmalschutzbehörde die Restaurierungspläne genehmigen. Franck erklärt, es habe verschiedene Ansätze gegeben. Allerdings sei es nicht möglich gewesen, aus den vorhandenen Farbresten auf die erste Fassung der Figur zu schließen. Zu viel Material habe gefehlt, um die Farbgebung als Ganzes zu erkennen. Die alten Farbreste bleiben erhalten. „Vielleicht gibt es spätere Generationen mit neuen Methoden, die dann mehr feststellen können als wir“, erklärt Franck. Die jetzt realisierte Fassung folge der Bemalung von Franz Diewald – allerdings mit kleinen Korrekturen. „Der Maler hat sich kleine künstlerische Freiheiten erlaubt“, sagt Franck. So habe er der Schlange, die Maria zertritt, eine ganze Reihe Zähne ins geöffnete Maul gemalt. Korrekt und von der Gestaltung vorgegeben seien aber nur der obere und untere Eckzahn der dem Betrachter zugewandten Seite. So wurde jetzt die Bemalung gehalten. Sternenkrone und Saum des Untergewands wurden neu vergoldet. Die Krone und die Lilie wurden von der Kunstschmiedin Rahel Stöcken nach alten Fotos neu geschmiedet.
Die linke Hand verloren
Die Figur hatte über die Jahre nicht nur durch Wind und Wetter gelitten, sondern auch durch ein Fahrzeug, das ein großes Stück der linken Hand abgerissen hatte. Die Schlange ist ein Symbol für die Erbsünde, von der Maria ausgenommen wurde. Das ist gemeint mit unbefleckter Empfängnis und dem lateinischen Namen Maria Immaculata. Die Schlange zu ihren Füßen beißt in einen Apfel. Das spielt auf den Sündenfall an. Sie windet sich um eine Weltkugel. Will sagen, die Sünde beherrscht die Welt – und Maria zertritt die Schlange und ist Siegerin über die Sünde. Die Lilie, die die Schifferstadter Madonna hält, ist von Alters her ein Symbol der Reinheit. Der Sternenkranz bezieht sich auf Maria als Himmelskönigin, wie in vielen Marienliedern besungen.
Unterstützt wurde das Aufstellen der restaurierten Figur vom Schifferstadter Bildhauerbetrieb Bartholomä. Die Idee der Restaurierung stammte aus dem Verein für Heimatpflege, der dafür die Stadt um Unterstützung gebeten hat. Die Ausführung durch die Firma Franck dauerte neun Monate, die Kosten von 5800 Euro wurden aus dem städtischen Haushalt bezahlt, sagte Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) beim Aufstellen der restaurierten Figur.



